FURCHTLOS. INKLUSIV. ECHT.

Androgenetische Alopezie

Androgenetische Alopezie: Haartransplantation gegen erblich bedingten Haarausfall

Mit 20 wurden meine Haare lichter und die Kommentare aus meinem Umfeld und im Internet nahmen zu.

Ein oftmals belächeltes Problem, unter dem vor allem junge Männer zwischen 20 und 30 leiden, ist die androgenetische Alopezie – der erblich bedingte Haarausfall. Die Haare auf dem Ober- und Hinterkopf gehen dabei meist schleichend aus. Der Grund dafür ist eine Überempfindlichkeit gegen das Hormon DHT. Typisch dabei ist der Rückzug des Haaransatzes, der erst zu Geheimratsecken und später zu einer Tonsur führt. Obwohl bis zu 80 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens betroffen sind, ist Haarausfall meist mit Schamgefühlen und einer großen psychischen Belastung verbunden. Jarno hat im Interview erzählt, wie groß der Druck war, den er mit Anfang 20 empfunden hat und wie seine Haartransplantation in der Türkei abgelaufen ist.

Triggerwarnung:

Haarausfall, körperbezogene Kommentare, Social-Media-Hate, psychische Belastung, Scham, operative Eingriffe, Blut, Schwellungen und Narben.

Porträt einer lächelnden Frau mit Tatttoos, umgeben von einem blauen Sternen-Hintergrund.

Interview: Diana Ringelsiep

Androgenetische Alopezie: Wenn Haarausfall mit Anfang 20 zum täglichen Druck wird

Hi, Jarno! Wir sprechen heute über ein Thema, das vor allem junge Männer betrifft und oft auch sehr schambehaftet ist – es geht um erblich bedingten Haarausfall. Wie alt bist du gewesen, als du die ersten Anzeichen bemerkt hast?

Ich war 22, als ich die Operation durchführen ließ. Den Haarausfall habe ich erstmals zwei Jahre zuvor bemerkt. Klassisch, vorm Spiegel, wenn ich mir die Haare gemacht habe. Man merkt es einfach, wenn es oben immer lichter wird. Vor allem beim Duschvorgang habe ich darauf geachtet, wie viele Haare am Ende auf dem Boden liegen. Morgens habe ich auch mein Kopfkissen genauer angeschaut – wenn das Bett voller Haare ist, ist klar, dass da irgendwas nicht stimmen kann.

Gab es einen konkreten Moment, in dem du angefangen hast, dir Sorgen zu machen?

Irgendwann habe ich mir natürlich Sorgen gemacht. Vor allem, als auch auf Fotos immer deutlicher zu sehen war, dass die Haare lichter werden. Zu der Zeit gab es dann auch immer mehr Kommentare aus meinem Umfeld, oder aus dem Internet. Viele haben mich direkt drauf angesprochen: „Hey, du hast ja Haarausfall.«

Das heißt, du warst gerade mal 20 Jahre alt, als der erblich bedingte Haarausfall bei dir einsetzte. Wie sah das bei den anderen Männern in der Familie aus? Hast du da vielleicht bereits eine Art Vorschau in die Zukunft bekommen?

Ja, die hatte ich, vor allem bei meinem Vater. Der hat auch erblich bedingten Haarausfall. Meine beiden Opas haben hingegen komplett volles Haar, nicht mal Geheimratsecken. Ich habe mich natürlich mit meinem Vater verglichen, da waren bereits Ähnlichkeiten erkennbar.

Es heißt ja oft, dass dabei eine Generation übersprungen wird. Hast du mit deinem Vater darüber gesprochen und Erfahrungen ausgetauscht?

Ja, bei ihm ging es damals auch mit Anfang 20 los, aber ich glaube, dass das früher ein viel geringeres Problem war als heutzutage. Du hast damals einfach noch nicht so viele Kommentare zu hören bekommen, das ist heute allein durch das Internet anders. Wenn man sich das nicht die ganze Zeit anhören musste, hat man sicherlich auch nicht so ein großes Problem damit gehabt. Damals gab es wohl die Theorie, dass man sich ein Bier über den Kopf schütten muss, wenn man Haarausfall hat. Das hat mein Vater auch gemacht – eventuell aber auch nur als Witz, denn wirklich drum gekümmert hat er sich offenbar nicht. Er hat es einfach akzeptiert. Ich glaube daher nicht, dass er Probleme damit hatte.

Hatte er denn Verständnis dafür, dass du dir dahingehend Sorgen gemacht hast?

Meine Eltern hatten beide komplettes Verständnis dafür. Sie haben mir auch nicht von der OP abgeraten. Es war ihnen wichtig, dass ich mich wohlfühle.

Androgenetische Alopezie: Was steckt dahinter

  • Erblich bedingter Haarausfall wird medizinisch androgenetische Alopezie genannt
  • Bei Männern zeigt er sich oft durch Geheimratsecken, lichter werdendes Haar oder Tonsur
  • Eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber DHT spielt eine zentrale Rolle
  • Der Verlauf ist individuell und kann früh beginnen
  • Haarausfall ist medizinisch meist nicht gefährlich, kann aber psychisch stark belasten
  • Minoxidil, Finasterid und Haartransplantation gehören zu möglichen Behandlungswegen

Wichtig: Lass die Ursache von Haarausfall ärztlich abklären, bevor du dich für Mittel, Medikamente oder eine Haartransplantation entscheidest.

Haarausfall behandeln: Shampoos, Minoxidil und andere Optionen

Gegen Haarausfall gibt es zahlreiche angebliche Wundermittel auf dem Markt. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Das ist natürlich immer der erste Schritt, wenn man anfängt, sich mit anderen zu vergleichen. Der Markt ist groß, aber es gibt nur sehr wenige Sachen, die wirklich helfen. Und selbst das ist bei jedem anders. Nur weil bei mir etwas geholfen hat, heißt es nicht, dass es einer anderen Person auch helfen wird. Das beginnt schon bei den klassischen Shampoos, die ich ausprobiert habe – da war von Alpecin bis zum PH-neutralen Kindershampoo alles dabei. Ich habe auch Rosmarinöl ausprobiert, weil das vielversprechend klang. Aber das hat auch nicht geholfen. Irgendwann habe ich auch Minoxidil probiert, aber da ist mir der Geduldsfaden gerissen. Ich wollte mir nicht jeden Abend etwas in die in die Haare schmieren müssen, das ich am nächsten Tag wieder auswaschen muss. Da war klar, dass ich eine andere Lösung finden muss.

Haarausfall abklären: Wann zum Dermatologen?

  • Haare werden am Ansatz, Oberkopf oder Hinterkopf sichtbar lichter
  • Viele Haare fallen beim Duschen, Kämmen oder auf dem Kopfkissen auf
  • Geheimratsecken oder Tonsur entwickeln sich schrittweise
  • Haarausfall tritt plötzlich, kreisrund oder sehr stark auf
  • Juckreiz, Schuppen, Entzündungen oder Schmerzen an der Kopfhaut kommen hinzu
  • Mangelzustände, Stress, Medikamente oder Erkrankungen können ebenfalls Ursachen sein

Wichtig: Eine dermatologische Untersuchung, Blutwerte und gegebenenfalls eine Haarwurzelanalyse können helfen, den passenden Behandlungsweg zu finden.

Haarausfall bei jungen Männern: Social Media, Scham und Druck

Gerade bei körperlichen Issues kann es sehr verletzend sein, wenn man darauf angesprochen wird. Social Media mal außen vorgelassen – wie ist dein direktes Umfeld damit umgegangen?

Das kam natürlich auch im engen Freundeskreis vor – wahrscheinlich nicht böse gemeint, sondern als Witz. Wenn ich mit den Jungs unterwegs war, bin ich abends zum Beispiel immer der Erste gewesen, der schläfrig wurde. Und als sie dann noch bemerkt haben, dass meine Haare weniger werden, bekam ich in der Clique den Spitznamen »Opa«. Das nehme ich ihnen nicht übel, weil ich das wahrscheinlich anders wahrgenommen habe, als es gemeint war. Aber das Thema war definitiv auch jenseits von Social Media präsent.

Ich weiß nicht, wie es damals war, aber du hast inzwischen allein bei Tiktok über 430.000 Follower. Das heißt, du erreichst auch sehr viele fremde Menschen, was oft Hate mit sich bringt. Was für Kommentare waren das, die dich verletzt haben?

Genau das ist der Punkt, es sind ungewollte Kommentare. Die kannst du nicht ausschalten und wirst sie gezwungenermaßen lesen. Da kamen Sprüche wie:
»Oh, deine Haare werden langsam lichter.«
»Was ist denn da los?«
»Du bekommst ja schon Geheimratsecken.«
Also habe ich angefangen, das Ganze zu verstecken. Das wurde natürlich wahrgenommen und ebenfalls als Angriffsfläche genutzt. Dann schrieben sie:
»Das kannst du eh nicht verstecken, wir wissen, dass du Geheimratsecken hast.«
»Wir wissen, dass du Haarausfall hast.«
Das war ein richtiger Triggerpunkt damals, der mich sehr belastet hat.

Konntest du das abschütteln, oder hat sich dieser Druck auch auf dein Privatleben übertragen?

Der Druck war immer da, auch im Job. Manchmal reichten schon die Blicke von Kollegen, die im Gespräch leicht nach oben zu meinen Haaren wanderten. Rückblickend finde ich es schade, dass ich keine Bilder von meinen alten Haaren habe, weil ich immer eine Mütze oder eine Cap aufhatte, um sie zu verstecken.

Wir leben in einer Gesellschaft, die leider immer noch mit sehr toxischen Geschlechterrollen zu kämpfen hat. Frauen gelten als das »schöne Geschlecht«, Männer sollen hingegen nicht jammern und sich zusammenreißen. Hat die Erwartung, dass Männer nicht eitel sein dürfen, den Druck verstärkt?

Auf jeden Fall. Ich habe enormen Druck verspürt, allein durch die ganzen Social-Media-Videos, in denen es heißt: »Ein Mann muss stark sein. Ein Mann darf nicht weinen – und erst recht keine Gefühle zeigen.« Damit habe ich mich lange befasst und ich finde, dass eigentlich das komplette Gegenteil der Fall sein sollte. Auch wir Männer haben das Recht, Unsicherheiten und unsere Gefühle zu zeigen. Es ist wichtig, zwischendurch auch mal alles rauszulassen und nicht immer die ganze Last allein auf dem Rücken zu tragen. Denn irgendwann geht man dadurch kaputt.

Du bist damals in einer festen Beziehung gewesen. War der Haarausfall ein Thema bei deiner Partnerin?

Nein, sie hat das nicht gestört. Sie hat nie versucht, mir einen neuen Haarschnitt oder eine Cap anzudrehen. Damals habe ich angefangen, mit ihr über meine Probleme zu reden und sie hat das akzeptiert und mir auch Mut bezüglich der Haartransplantation zugesprochen. Sie sagte immer: »Du musst das nicht machen, aber ich unterstütze dich, wenn du so glücklicher wirst.«

Der Druck war immer da, auch im Job. Manchmal reichten schon die Blicke von Kollegen, die im Gespräch leicht nach oben zu meinen Haaren wanderten.

Haartransplantation bei Geheimratsecken: Wann der Entschluss fällt

Die Haartransplantation war also schon ein Entschluss, der länger in dir gereift ist. Wann hast du beschlossen, den Eingriff durchzuziehen?

Meine Ex-Freundin hat damals eine Kooperationsanfrage von einer Schönheitsklinik bekommen, die auch Haartransplantationen durchführt. So kam der Kontakt zustande und da sie selbst kein Interesse an einer Zusammenarbeit hatte, hat sie stattdessen mich für eine Kooperation im Bereich Haartransplantation vorgeschlagen.

Das heißt, die Klinik hat dir angeboten, dass du die OP umsonst bekommst, wenn du ihnen im Gegenzug Reichweite schenkst und dich begleiten lässt?

Genau, das war eine Klinik aus der Türkei. Wir mussten nur die Flüge bezahlen. Aber der Shuttle-Transfer, das Hotel und die Kosten der Operation wurde von der Klinik übernommen.

Wie hast du im Vorfeld abgeklärt, ob diese Klinik die richtige für dich ist? Hattest du keine Bedenken?

Ich habe online sehr viel recherchiert und mir natürlich auch die Kundenrezensionen durchgelesen. Das Gute ist, dass ich online Vorher-Nachher-Bilder anderer Patienten sehen konnte. Da war schnell klar: So möchte ich auch gerne aussehen. Das waren Bilder von Männern mit vollem Haar und ich freute mich darauf, bald auch wieder verschiedene Frisuren austesten zu können. Diese Vorher-Nachher-Bilder waren damit vergleichbar, wie ich jetzt aussehe.

Kanntest du auch persönlich jemanden, der das bereits hinter sich hatte? Ich frage deshalb, weil ich es mir schwierig vorstelle, Gleichgesinnte zu finden, denn das ist ja kein Thema, mit dem Männer hausieren gehen.

Das stimmt, aber damals war die Social-Media-Präsenz in dem Bereich zum Glück schon etwas breiter. Mit ein bisschen Nachforschung konnte ich mir viele Videos dazu ansehen. Außerdem hatte ich einen Kumpel im engen Freundeskreis, der auch eine Haartransplantation hatte machen lassen. Er hatte sich in Deutschland operieren lassen, aber den Eingriff im Freundeskreis verschwiegen. Erst als ich es auch plante, sagte er: »Hey, das habe ich doch auch gemacht.« Inzwischen gibt es zig Promis und Fußballer, von denen man weiß, dass sie eine Haartransplantation hatten. Aber die hängen das nicht an die große Glocke – die Haare sind auf einmal da.

Hättest du dich für eine Klinik in Deutschland entschieden, hätte als nächstes vermutlich ein Vorgespräch beziehungsweise eine Erstuntersuchung angestanden. Aber du bist ja bestimmt nicht zweimal in die Türkei geflogen, oder?

Im Vorfeld wurden bloß Bilder von meinem Kopf gemacht, die den Ärzten rübergeschickt wurden. Das Vorgespräch hat erst stattgefunden, als wir für die OP in die Türkei geflogen sind. An dem Tag wurde mir auch Blut abgenommen und alles weitere besprochen.

Was genau wurde denn besprochen?

Erst mal ganz grundsätzlich, ob es sich bereits lohnt, eine Haartransplantation durchzuführen oder ob man besser noch ein paar Jahre wartet. Dafür wurde meine Kopfhaut kontrolliert und geschaut, welche Haare noch eine längere Zeit bleiben werden und noch nicht kurz vorm Ausfallen sind. Der Chefarzt hat mir dann die neue Hairline aufgemalt. In dem Moment habe ich ehrlich gesagt keinen großen Unterschied gesehen. Aber es war tatsächlich die Hairline, die ich vor dem Haarausfall hatte. Das macht nicht jeder so, da es zig Leute gibt, die sich eine gerade Linie als Haaransatz wünschen. Das fand ich auch schön, weil es extrem jung aussieht. Aber ich habe durch die ehrliche Beratung sehr viel Vertrauen zu dem Arzt gewonnen. Denn er meinte: »Du wirst älter und mit steigendem Alter ist es normal, dass die Haare weiter nach hinten wandern. Eine gerade Hairline sieht in jungen Jahren vielleicht gut aus, aber der Eingriff soll ja auch später nicht für jeden sichtbar sein, wenn du 40 oder 50 bist.«

Haartransplantation: Was vorher geklärt werden sollte

  • Ist die Ursache des Haarausfalls gesichert?
  • Ist der Haarausfall bereits stabil oder schreitet er noch stark voran?
  • Ist der Spenderbereich dicht genug für eine Transplantation?
  • Wie natürlich soll die Hairline im Alter aussehen?
  • Wer führt den Eingriff tatsächlich durch?
  • Welche Nachsorge ist nach der OP gesichert?
  • Welche Kosten, Risiken und Grenzen gibt es?

Tipp: Hole dir bei Unsicherheit eine zweite ärztliche Meinung ein und entscheide nicht nur nach Preis oder Vorher-Nachher-Bildern.

Haartransplantation Ablauf: Spenderbereich, Grafts und Hairline

Kommen wir zu OP, wie ist die abgelaufen?

Ich habe mich da erst mal hingesetzt und dann kamen die netten Leute mit dem Rasierer – damit war der erste Schritt getan. Als meine Haare ab waren, habe ich erstmals gesehen, wie ich wirklich ausschaue. Das Gesicht wirkt ohne Haare ja ganz anders. Dann wurde ich in den OP-Saal gebracht, wo mir noch mal alles erklärt wurde. Danach habe ich mich hingelegt und auch schon die lokale Betäubung bekommen. Das waren mehrere Spritzen, die ich in den Kopf bekommen habe. Schmerzhaft war das nicht, aber unangenehm. Doch als die Betäubung eintraf, habe ich wirklich gar nichts mehr gemerkt. Ich war ganz entspannt, obwohl die in meiner Kopfhaut rumgebohrt haben. Ich habe einfach die Augen zugemacht und abgewartet, bis sie fertig sind.

Erklär doch bitte mal, wie der Arzt vorgegangen ist.

Es gibt einmal den Spenderbereich, also den Kranz, den man hinten am Kopf hat. Und es gibt den Empfängerbereich, obendrauf, wo die Haare meistens ausgehen. Das Gute ist, dass die Haare aus dem hinteren Spenderbereich resistent gegen das DHT-Hormon sind, das für den erblich bedingten Haarausfall verantwortlich ist. Das heißt, man kann diese resistenten Haare aus dem Spenderbereich nach vorne bringen und dort werden sie für immer bleiben.

Aber sie wachsen hinten dann auch nicht mehr nach, oder?

Nein, die Haare, die hinten entfernt werden, die sind für immer weg. Die Wurzel ist ja raus, deshalb kommt es darauf an, wie dicht die Haare im Spenderbereich sind. Wenn ich meine Haare kurz rasieren würde, würde man dort sicherlich Narben und Lücken sehen. Ich merke auch, dass sie hinten einen Tick lichter geworden sind, wenn ich mir durch die Haare streiche.

Auf den Hautstücken, die verpflanzt werden, befinden sich im Durchschnitt ein bis vier Haarwurzeln. Diese Einheiten nennt man Grafts und an deren Anzahl wird auch der Preis bemessen – weißt du, wie viele davon bei dir versetzt worden sind?

Bei mir wurden 2.700 Grafts versetzt, was insgesamt neun Stunden gedauert hat. Wir haben jedoch nach viereinhalb Stunden eine Pause gemacht, in der ich etwas essen und trinken und mich ausruhen durfte. Danach wurde die Betäubung aufgefrischt und es ging weiter.

Weißt du, wie teuer deine OP in Deutschland gewesen wäre?

Den Preis meiner OP-Kosten hat man mir nicht gesagt, aber es gibt in meinem engen Freundeskreis jemanden, der ein Jahr später in derselben Klinik war und 3.400 Euro bezahlt hat. Ich schätze mal, für eine Haartransplantation in Deutschland müsste man das mal drei multiplizieren – damit lägen wir bei 8.000 bis 10.000 Euro.

Da ist es nachvollziehbar, dass viele Betroffene auf die Türkei ausweichen. Aber noch mal zurück zur OP: Ich habe Fotos davon bei Instagram gesehen und das sah ja schon sehr brutal aus. Wie hast du dich gefühlt, als der Eingriff überstanden war?

Nach den neun Stunden war ich richtig platt und wollte einfach nur ins Hotel, um mich auszuruhen. Auf dem Weg dorthin stand ich in einem Fahrstuhl und habe mich in dem Spiegel zum ersten Mal alleine gesehen. Ich weiß noch, dass ich dachte: »Krass, ich habe das wirklich durchgezogen.« Das musste ich erst mal realisieren. Aber hauptsächlich war ich k.o.

Ablauf einer Haartransplantation

  • Entnahme von Haarwurzeln aus dem Spenderbereich, meist am Hinterkopf
  • Planung der neuen Haarlinie, der sogenannten Hairline
  • Lokale Betäubung der Kopfhaut
  • Entnahme und Vorbereitung der Grafts
  • Einsetzen der Grafts in die lichten oder kahlen Bereiche
  • Der Eingriff kann mehrere Stunden dauern
  • Das endgültige Ergebnis zeigt sich erst nach mehreren Monaten

Ziel: Ein natürliches Ergebnis, das zur Gesichtsform, zum Alter und zum weiteren Verlauf des Haarausfalls passt.

Nachsorge bei Haartransplantation: Krusten, Heilung und erste Ergebnisse

Hat es in den ersten Tagen irgendwelche körperlichen Folgeerscheinungen gegeben?

Ich hatte dank der Schmerzmittel, die mir mitgegeben wurden, zum Glück keine Schmerzen. Aber ich habe die typischen Schwellungen bekommen, weshalb ich auch das klassische Stirnband tragen musste, damit die Wassereinlagerungen nicht ins Gesicht herunterwandern. Ich hatte auf jeden Fall einen dicken Schädel, aber das war nur optisch zu sehen und tat nicht weh.

Was gab es in den ersten Tagen oder Wochen nach dem Eingriff sonst noch zu beachten?

Das fängt schon bei der Haarwäsche an, da man normale Kopfduschen in den ersten zwei Wochen vermeiden muss. Ich habe damals eine Spray-Bottle bekommen, mit der ich mir die Haare waschen konnte. Das Wasser wurde damit auf die Haare gesprüht und dann habe ich vorsichtig das Shampoo einmassiert – ein normaler Duschkopf hätte zu viel Kraft gehabt. Manche Leute berichten anfangs auch von einem blutigen Kopfkissen, aber ich hatte keine Schlafprobleme oder sonstiges. Bei mir ist alles schnell verheilt.

Hat es später noch einen Kontrolltermin gegeben?

Am Tag nach der Operation wurde mit dem Arzt und seinem Team noch die erste Kopfwäsche gemeinsam gemacht. Dabei wurde auch alles noch mal kontrolliert und man hat mir die ganzen Shampoos und Medikamente für Deutschland mitgegeben. Danach waren wir noch zwei Tage in Istanbul und haben uns die Stadt angeguckt.

Dafür warst du schon fit genug?

Das war kein Problem. Am Anfang habe ich mir an einem Stand einen Bucket-Hat geholt, weil ich dachte, dass mich alle anschauen. Aber dann habe ich ihn weggelassen und es einfach akzeptiert. Ab diesem Moment habe ich mich frei gefühlt. Auf dem Weg zum Airport dachte ich dann auch noch mal: »Gleich sind bestimmt alle Blicke auf mich gerichtet und alle werden sehen, dass ich dieses Problem hatte.« Aber selbst im Flieger habe ich Leute gesehen, die gerade dasselbe hinter sich hatten. Es war gar nicht schlimm.

Wie ging es zu Hause weiter und wann hast du die ersten Ergebnisse gesehen?

Ich bin nach ein paar Tagen Pause wieder ganz normal ins Berufsleben eingestiegen und dann kamen natürlich die ersten Fragen – es ist ja auch ein spannendes Thema und ich war der erste aus meinem Umfeld. Aber es war okay für mich, damit im positiven Sinne im Mittelpunkt zu stehen. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch erstmals von den Problemen anderer Leute erfahren. Es kamen wirklich viele Männer auf mich zu, die sagten, dass sie dasselbe Problem haben. Ich habe mir ihre Haare dann immer angeguckt und gedacht: »Nee, hast du eigentlich nicht.« Aber irgendwann habe ich realisiert, dass andere das bei mir eventuell auch vorher gedacht haben. Daher muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden, wie sehr ihn der Haarausfall beeinträchtigt.

Kommen wir zur Entwicklung deiner verpflanzten Haare. Welche Phasen hast du erlebt?

Die ersten Glücksmomente waren die, als nach zwei bis drei Wochen die Kruste abgegangen ist. Der Kopf war plötzlich sauber, weil im Empfängerbereich keine blutigen Rückstände mehr zu sehen waren. Und dann hieß es abwarten, denn nach den ersten zwei Monaten fallen die Haare dann noch mal aus, aber das ist völlig normal nach so einer Operation. Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht, sondern abgewartet. Und nach dem dritten oder vierten Monat fingen die Haare dann wirklich krass an zu wachsen.

Ist die Haarstruktur eine andere als vorher?

Bei mir auf jeden Fall. Ich hatte früher komplett glattes Haar und jetzt ist es schon fast wellig. Aber das Tolle war, dass ich in den Monaten, in denen ich abwarten musste, bereits einige Frisuren austesten konnte. Erst habe ich mir einen Buzzcut rasiert. Dann habe ich angefangen, nur meine Seiten zu schneiden und die Haare oben etwas länger zu lassen. Dann habe ich eine Weile einen Scheitel getragen und als die Seiten wieder lang waren, habe ich die Haare nach hinten getragen. Das war ja vorher alles nicht möglich und hat echt Spaß gemacht.

Nachsorge: Die ersten Wochen nach der OP

  • Schonende Haarwäsche nach ärztlicher Anleitung
  • Krusten nicht abkratzen, sondern abheilen lassen
  • Schwellungen, Rötungen oder Spannungsgefühl beobachten
  • Sport, Sonne, Sauna und Reibung nur nach Freigabe der Klinik
  • Kontrolltermine und Pflegehinweise ernst nehmen
  • Vorübergehender Haarausfall der verpflanzten Haare kann normal sein
  • Geduld einplanen: Wachstum braucht mehrere Monate

Wichtig: Die Nachsorge trägt entscheidend zu einem guten Heilungsverlauf bei. Halte dich deshalb sorgfältig an die individuellen Empfehlungen deiner behandelnden Ärztin oder deines behandelnden Arztes.

Erfahrungen einer Haartransplantation: Selbstwert, Sichtbarkeit und Aufklärung

Wie hat sich das mit den triggernden Social-Media-Kommentaren entwickelt?

Hate-Kommentare gab es dann keine mehr. Stattdessen schrieben die Leute plötzlich: »Respekt, dass du das gemacht hast!« Das waren natürlich andere Personen als vorher, aber da habe ich gemerkt, dass es wirklich vielen hilft, jemanden zu sehen, der das bereits durchgezogen hat. Eventuell haben sich mir gegenüber auch einige geöffnet, weil sie wussten, dass ich bereits eine Haartransplantation hinter mir habe und sie daher verstehen kann.

Inwiefern hat sich das Ganze auf dein Selbstwertgefühl ausgewirkt?

Ich gehe auf jeden Fall wieder mit breiter Brust durchs Leben. Ich freue mich darüber, wieder gut auf Fotos auszusehen oder mich länger im Spiegel angucken zu können. Es sind Kleinigkeiten – schon allein, morgens nicht mehr in das ganze Bett voller Haare vorzufinden. Ich starte inzwischen einfach mit einem ganz anderen Gefühl in den Tag.

Mittlerweile sind drei Jahre seit der Haartransplantation vergangen und du könntest theoretisch so tun, als sei das nie passiert. Trotzdem sitzt du heute hier, um mit mir darüber zu sprechen. Und auch auf deinen Social-Media-Profilen sind die Videos nach wie vor oben angepinnt. Warum ist es dir so wichtig, das sichtbar zu machen?

Am Anfang war ich bloß stolz, dass ich es durchgezogen habe, aber inzwischen möchte ich anderen Betroffenen Mut zusprechen. Bei vielen wird ein Problem gemacht, wo keins ist. Das liegt an unserer Social-Media-Präsenz, weil sich dort alle miteinander vergleichen. Wir sehen dort perfekte Hairlines und denken uns: Warum ist das bei mir nicht so? Ich sehe immer wieder Leute, die einen vollkommen normalen Haaransatz haben und trotzdem noch einen Zentimeter weiter runter wollen, nur um in das aktuelle Idealbild zu passen. Deshalb rate ich jedem, diesem Wunsch auf den Grund zu gehen und die Ursache des Haarausfalls zu identifizieren. Macht einen Termin beim Hausarzt oder Dermatologen, lasst euer Blutbild auswerten. Eventuell liegt bloß ein Mangel an Vitamin B, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren vor. Wenn man das Problem damit bereits fixen kann, ist das auf jeden Fall die kostengünstigere Alternative. Außerdem kann es sich lohnen, ein bisschen an der Ernährung herumschrauben oder auf Nikotin und Alkohol zu verzichten.

Gibt es rückblickend noch etwas, das du gern vorher gewusst hättest?

Ich hätte tatsächlich gerne vorher gewusst, dass im Spenderbereich Narben entstehen. Ich trage meine Seiten dementsprechend länger und würde ungern eine komplette Kurzhaarfrisur tragen, weil ich weiß, wo die Narben sind. Trotzdem war die OP für mich der richtige Schritt, weil ich wieder anders im Leben stehe und jetzt in der Lage bin, anderen Mut zuzusprechen.

Vielen Dank, dass du so offen mit mir darüber gesprochen hast, um anderen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Ich wünsche dir alles, alles Gute.

Danke gleichfalls.

Androgenetische Alopezie-Glossar

Wichtige Begriffe erklärt

Buchstabe A

Androgenetische Alopezie

Androgenetische Alopezie ist der medizinische Begriff für erblich bedingten Haarausfall. Bei Männern zeigt sie sich häufig durch Geheimratsecken, einen zurückweichenden Haaransatz oder eine lichte Stelle am Hinterkopf. Ursache ist meist eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber DHT. Die Haare werden mit der Zeit dünner, bis sie an bestimmten Stellen kaum noch nachwachsen.

Buchstabe B

Blutbild

Ein Blutbild kann helfen, mögliche Ursachen für Haarausfall besser einzugrenzen. Denn nicht jeder Haarverlust ist automatisch androgenetische Alopezie. Auch Eisenmangel, Schilddrüsenwerte, Entzündungen oder andere körperliche Faktoren können eine Rolle spielen. Gerade vor einer Haartransplantation ist es sinnvoll, Haarausfall dermatologisch abklären zu lassen, statt direkt von erblich bedingtem Haarausfall auszugehen.

Buchstabe C

Check-up

Ein Check-up bei Dermatolog*innen kann helfen, die Ursache von Haarausfall einzuordnen. Nicht jeder Haarverlust ist erblich bedingt. Auch Mangelzustände, Stress, Entzündungen, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen oder andere Auslöser können eine Rolle spielen. Je nach Befund können Kopfhaut, Haarwurzeln und Blutwerte untersucht werden. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Behandlung passt.

Buchstabe D

Dihydrotestosteron (DHT)

Dihydrotestosteron ist eine aktive Form des männlichen Sexualhormons Testosteron. Bei androgenetischer Alopezie reagieren bestimmte Haarfollikel empfindlich auf DHT. Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare, sie werden feiner und fallen irgendwann aus. Besonders betroffen sind häufig Haaransatz, Geheimratsecken und Tonsur. Der Hinterkopf bleibt meist widerstandsfähiger.

Buchstabe E

Eigenhaartransplantation

Bei einer Eigenhaartransplantation werden keine fremden Haare eingesetzt, sondern eigene Haarwurzeln umverteilt. Sie werden meist aus dem Spenderbereich am Hinterkopf entnommen und in lichtere oder kahle Stellen verpflanzt. Da es sich um körpereigenes Gewebe handelt, wachsen die Haare bei erfolgreichem Verlauf natürlich weiter. Die Menge des verfügbaren Spenderhaars ist allerdings begrenzt.

Buchstabe F

Follicular Unit Extraction (FUE)

Bei einer Follicular Unit Extraction werden einzelne Haarwurzelgruppen, sogenannte Grafts, aus dem Spenderbereich entnommen und anschließend in den Empfängerbereich eingesetzt. Die Methode wird heute häufig genutzt, weil keine lange Schnittnarbe wie bei der Streifenmethode entsteht. Trotzdem können kleine punktförmige Narben oder lichte Stellen im Entnahmebereich sichtbar bleiben.

Buchstabe G

Grafts

Grafts sind kleine Haarwurzeleinheiten, die bei einer Haartransplantation verpflanzt werden. Ein Graft enthält meist eine bis mehrere Haarwurzeln. Die benötigte Anzahl hängt davon ab, wie groß die lichte Stelle ist, wie dicht das Ergebnis wirken soll und wie viel Spenderhaar vorhanden ist. Der Preis einer Haartransplantation wird häufig auch über die Zahl der Grafts berechnet.

Buchstabe H

Hairline

Die Hairline ist der Haaransatz im Stirnbereich. Sie entscheidet stark darüber, ob das Ergebnis einer Haartransplantation natürlich wirkt. Eine zu gerade oder zu tief gesetzte Hairline kann in jungen Jahren attraktiv erscheinen, später aber künstlich aussehen. Deshalb sollte sie zur Gesichtsform, zum Alter und zum möglichen weiteren Verlauf

Buchstabe I

Implantation

Die Implantation beschreibt das Einsetzen der entnommenen Haarwurzeln in die vorbereiteten Bereiche der Kopfhaut. Dabei sind Wuchsrichtung, Winkel, Tiefe und Verteilung entscheidend für ein natürliches Ergebnis. Besonders an der Hairline braucht es sorgfältige Planung, weil dort jeder Fehler schnell auffallen kann. Die transplantierten Haare brauchen anschließend Zeit, um anzuwachsen und später sichtbar zu wachsen.

Buchstabe J

Juckreiz

Juckreiz kann nach einer Haartransplantation auftreten, wenn die Kopfhaut heilt und kleine Krusten entstehen. Auch Trockenheit, Reizung oder Pflegeprodukte können eine Rolle spielen. Wichtig ist, nicht zu kratzen, damit die frisch eingesetzten Grafts nicht gereizt oder beschädigt werden. Wenn Juckreiz stark ist, länger anhält oder mit Rötung, Schmerzen oder Nässen einhergeht, sollte die Klinik kontaktiert werden.

Buchstabe K

Kopfhaut

Die Kopfhaut spielt bei Haarausfall und Haartransplantationen eine zentrale Rolle. Bei der Untersuchung wird geprüft, wie dicht die Haare noch wachsen, ob Entzündungen, Schuppen, Narben oder andere Veränderungen sichtbar sind und ob der Spenderbereich geeignet ist. Auch nach einer Haartransplantation ist die Kopfhaut wichtig, weil sie heilen muss und die eingesetzten Haarwurzeln dort anwachsen sollen.

Buchstabe L

Lichtung

Eine Lichtung beschreibt Stellen, an denen das Haar sichtbar dünner wird. Bei androgenetischer Alopezie beginnt das oft am Haaransatz, an den Geheimratsecken oder im Bereich der Tonsur. Viele Betroffene bemerken die Veränderung zuerst auf Fotos, beim Styling oder beim Blick auf das Kopfkissen. Eine frühe Abklärung kann helfen, den Verlauf besser einzuschätzen.

Buchstabe M

Minoxidil

Minoxidil ist ein Wirkstoff, der bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt werden kann. Er wird meist äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen und kann das Haarwachstum unterstützen. Die Wirkung braucht Zeit und hält in der Regel nur an, solange das Mittel regelmäßig angewendet wird. Ob Minoxidil sinnvoll ist, sollte individuell mit Dermatolog*innen besprochen werden.

Buchstabe N

Narben

Narben können nach einer Haartransplantation im Spenderbereich entstehen. Bei modernen Entnahmetechniken sind sie oft klein und punktförmig, können bei sehr kurzen Frisuren aber sichtbar werden. Auch Dichteverlust oder kleine Lücken im Entnahmebereich sind möglich. Vor dem Eingriff sollte deshalb offen besprochen werden, wie Narben aussehen können und welche Frisuren später realistisch sind.

Buchstabe O

Operation

Eine Haartransplantation ist ein operativer Eingriff, auch wenn sie meist unter lokaler Betäubung durchgeführt wird. Je nach Umfang kann die Behandlung mehrere Stunden dauern. Vorher werden Haarlinie, Spenderbereich und Empfängerbereich geplant. Nach der Operation braucht die Kopfhaut Zeit zur Heilung. Wie bei jedem Eingriff gibt es Risiken, etwa Schwellungen, Infektionen, Narben oder ein unnatürliches Ergebnis.

Buchstabe P

Platelet-Rich Plasma (PRP)

PRP steht für Platelet-Rich Plasma, also plättchenreiches Blutplasma. Dafür wird eigenes Blut entnommen, aufbereitet und anschließend in die Kopfhaut injiziert. PRP wird bei Haarausfall eingesetzt, um Haarwurzeln zu stimulieren und die Haardichte zu verbessern. Die Behandlung kann für manche Menschen sinnvoll sein, ersetzt aber keine genaue Diagnose und sollte ärztlich besprochen werden.

Buchstabe Q

Qualität

Qualität ist bei einer Haartransplantation wichtiger als ein möglichst niedriger Preis. Entscheidend sind Erfahrung des Behandlungsteams, realistische Planung, hygienische Standards, natürliche Haarlinie, sorgfältige Entnahme und verlässliche Nachsorge. Gute Kliniken klären auch über Grenzen auf: Der Spenderbereich ist begrenzt, Haarausfall kann weitergehen und ein perfektes Ergebnis lässt sich nicht garantieren.

Buchstabe R

Rosmarinöl

Rosmarinöl wird häufig als natürliches Mittel gegen Haarausfall genannt. Es soll die Kopfhaut pflegen und die Durchblutung anregen. Einzelne Studien haben Rosmarinöl bei androgenetischer Alopezie untersucht, die Datenlage ist jedoch deutlich begrenzter als bei etablierten Behandlungen wie Minoxidil. Wer Rosmarinöl verwendet, sollte Hautreizungen beachten und bei anhaltendem Haarausfall dermatologischen Rat einholen.

Buchstabe S

Spenderbereich

Der Spenderbereich liegt meist am Hinterkopf oder seitlich am Kopf. Dort sind die Haarwurzeln bei erblich bedingtem Haarausfall oft widerstandsfähiger gegenüber DHT. Aus diesem Bereich werden Grafts entnommen und an lichte Stellen verpflanzt. Da entnommene Haarwurzeln dort nicht nachwachsen, muss der Spenderbereich sorgfältig geschont und realistisch eingeschätzt werden.

Buchstabe T

Tonsur

Die Tonsur beschreibt eine lichte oder kahle Stelle am Hinterkopf beziehungsweise am oberen Kopfbereich. Sie ist ein typisches Muster bei androgenetischer Alopezie, also erblich bedingtem Haarausfall. Während sich bei manchen zuerst Geheimratsecken zeigen, wird bei anderen vor allem der Oberkopf lichter. Ob eine Haartransplantation für die Tonsur sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Spenderbereich und vom weiteren Verlauf ab.

Buchstabe U

Unshaven-FUE

Unshaven-FUE ist eine Variante der FUE-Haartransplantation, bei der nicht der gesamte Kopf rasiert werden muss. Stattdessen werden nur bestimmte Bereiche oder einzelne Haargruppen vorbereitet, sodass die Behandlung nach außen weniger auffällig sein kann. Das kann für Menschen interessant sein, die ihren Eingriff diskreter halten möchten. Ob diese Methode geeignet ist, hängt von Haarlänge, Haardichte und geplantem Umfang ab.

Buchstabe V

Verdichtung

Von Haarverdichtung spricht man, wenn lichte Stellen optisch oder medizinisch aufgefüllt werden sollen. Bei einer Haartransplantation können dafür eigene Haarwurzeln aus dem Spenderbereich entnommen und in dünner werdende Bereiche eingesetzt werden. Eine Verdichtung ist vor allem dann ein Thema, wenn noch Resthaar vorhanden ist, aber Geheimratsecken, Oberkopf oder Tonsur sichtbar lichter werden.

Buchstabe W

Wachstum

Nach einer Haartransplantation ist Geduld nötig. Transplantierte Haare können zunächst wieder ausfallen, bevor neues Wachstum einsetzt. Viele sehen erste Veränderungen nach einigen Monaten, das endgültige Ergebnis zeigt sich oft erst deutlich später. Der Verlauf ist individuell und hängt unter anderem von Methode, Heilung, Pflege und Ausgangssituation ab. Regelmäßige Kontrollen können helfen, den Fortschritt einzuordnen.

Buchstabe Z

Zupftest

Der Zupftest, auch Pull-Test genannt, kann Teil der dermatologischen Untersuchung bei Haarausfall sein. Dabei zieht die Ärztin oder der Arzt vorsichtig an mehreren Haaren, um einzuschätzen, wie viele Haare sich lösen. Der Test allein liefert keine vollständige Diagnose, kann aber Hinweise darauf geben, ob vermehrter Haarausfall vorliegt und weitere Untersuchungen sinnvoll sind.

Hilfreiche Anlaufstellen und Informationen zu Alopezie und Haartransplantation

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Zum Picky Talk